1991 - 1992 Präsident: Eckart Harland
Am 31.1.1991 folgte Herr Eckart Harland dem langjährigen Amtsinhaber Dirk Ahlers als neuer Präsident des Bundesmarktverbandes. Die folgenden Jahre werden durch das Zusammenwachsen von Ost und West gekennzeichnet.

In den alten Bundesländern litten die Hochsee-, Küsten- und Kutterfischerei unter weiter sinkenden Fängen und einer damit verbundenen geringeren Produktivität. Ihr Anteil an der Marktversorgung ging nochmals zurück.

Für die Fischindustrie und den Fischgroß- und -einzelhandel stand daher die Versorgung mit Rohstoffen, insbesondere mit Weißfisch aus Drittlandsgewässern im Vordergrund.

In den neuen Bundesländern schwächten vielfach die Unsicherheit über den Fortbestand der Unternehmen sowie die insgesamt schwierige Wirtschaftslage die fischwirtschaftlichen Aktivitäten.

Anfang März 1991 informierte sich Staatssekretär Kittel vom Bundesernährungsministerium in Bremerhaven im Rahmen des Küstengespräches über die Probleme der Hochsee-, Küsten- und Kutterfischerei sowie der fischverarbeitenden Industrie.

In einem vom Bundesverband der deutschen Fischindustrie und des Fischgroßhandels e.V. erarbeiteten Memorandum zur Versorgungslage der EG mit Fisch und Fischereierzeugnissen wurde schwarz auf weiß die wachsende Abhängigkeit Deutschlands aber auch der EG von Drittlandseinfuhren dargestellt und erneut die Abschaffung der immer noch vorhandenen Zölle gefordert.

Auf Initiative der Europa-Abgeordneten Frau Langenhagen wurden die Mitglieder des Fischereiausschusses des Europäischen Parlaments während einer Informationsveranstaltung in Straßburg über die wachsenden Probleme der deutschen Fischindustrie und der Fischerei informiert. Die Veranstaltung fand eine breite Resonanz. Zu den Teilnehmern zählten auch Staatssekretär Kittel und Vertreter der gesamten deutschen Fischwirtschaft.

Die Bundesregierung legte Anfang 1991 den Entwurf für ein neues Fischwirtschaftsgesetz einschließlich der Durchführungsverordnung vor. In verschiedenen Anhörungsbesprechungen in Bonn trugen die Verbände des Bundesmarktverbandes ihre Änderungswünsche und Verbesserungsvorschläge dem Bundesernährungsministerium vor. In der neuesten Fassung des Gesetzes wurden die Vorschläge des Bundesmarktverbandes jedoch nur teilweise berücksichtigt. Dem Antrag der Fischwirtschaft, Rohstoffe, die für Exporterzeugnisse verwendet werden, von der Wertabgabe auszunehmen, wurde nicht entsprochen. Auch wurde befürchtet, dass Fische aus Anlandungen der deutschen Fischerei direkt abgesetzt werden, ohne dass die Erwerber die erforderlichen Informationen über die nach dem Fischwirtschaftsgesetz bestehenden Abgabepflicht besitzen.

Für Investitionen zur Verbesserung der Verarbeitungs- und Vermarktungsbedingungen für Erzeugnisse der Fischerei und der Aquakultur wurden von der EG-Kommission operationelle Programme aufgestellt, die für eine finanzielle Förderung Voraussetzung waren. Die Verbände des Bundesmarktverbandes waren hier besonders gefordert.



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