Ab 2001 Präsident: Kapitän Klaus Hartmann
Im ersten Jahr des neuen Jahrtausends übernahm am 25.1.2001 Kapitän Klaus Hartmann von Herrn Willemsen das Kommando. Anlässlich seiner Amtsübernahme erklärte Herr Hartmann, „dass es eine wichtige Aufgabe des Bundesmarktverbandes ist, gemeinsam für die deutsche Fischwirtschaft nicht nur dem Produkt „Fisch“ als solchem eine gute Basis bei Verbrauchern und Medien zu verschaffen, sondern darüber hinaus den Wert und die Bedeutung der Ozeane generell (für die Fischwirtschaft) zu verdeutlichen.“ Angesichts der vielfältigen Herausforderungen der Zukunft bat der neue Vorsitzende um einen guten Informationsfluss auf kurzen und branchenübergreifenden Wegen, um schnell und richtig agieren zu können.

Am 1.12.2001 nahm der Bundesmarktverband als neues Mitglied den Deutschen Seafood-Verband auf.

Am 26.9.2001 hatten die Mitgliedsverbände des Bundesmarktverbandes auf Einladung des Bundesverbraucherschutzministeriums Kriterien für ein einheitliches Kennzeichen für ökologisch hergestellte Erzeugnisse aus der Aquakultur und Binnenfischerei erörtert. Bereits bei der ersten Anhörung hatten die Mitgliedsverbände des Bundesmarktverbandes darauf hingewiesen, dass die Einführung eines Kennzeichens für ökologisch erzeugte Produkte auch Erzeugnisse der Seefischerei mit berücksichtigen muss.

Als Dachverband der gesamten deutschen Fischwirtschaft hatte der Bundesmarktverband die aktuelle Meinung der Fischwirtschaft zur Erarbeitung von Kriterien über ein einheitliches Kennzeichen für ökologisch hergestellte Erzeugnisse aus Aquakultur und Binnenfischerei am 1.3.2002 wie folgt bekannt gegeben:

„Die im Bundesmarktverband vertretenen Branchen der Fischwirtschaft haben von den Plänen der Bundesregierung Kenntnis genommen, die Aquakultur in die EG-Öko-Verordnung aufzunehmen.

Der Bundesmarktverband nimmt dazu folgendermaßen Stellung:

  1. Die Einführung eines Öko-Kennzeichens muss gleichermaßen für alle Fischereierzeugnisse möglich sein. Eine Sonderstellung der Aquakultur ist nicht sinnvoll und wird daher abgelehnt.

  2. Falls ein Öko-Kennzeichen eingeführt wird, muss dieses mindestens EG-weit Geltung haben, besser noch wäre es, wenn ein solches Zeichen weltweit gültig wäre.

  3. Zeicheninhalte, Kontroll- und Marketingmaßnahmen müssen sehr genau beschrieben werden. Eine Werbung mit Selbstverständlichkeiten wirkt kontraproduktiv und ist, da wettbewerbsrechtlich verboten, auszuschließen.

  4. Die Fischwirtschaft bietet ihre sachkundige Mitarbeit an, wenn es tatsächlich notwendig sein sollte, ein Öko-Kennzeichen für Fischereierzeugnisse zu etablieren.“

Ein neues Zeitalter der Verbraucherinformation wurde mit der Veröffentlichung des Fischetikettierungs-Gesetzes und der Fischetikettierungs-Verordnung im Jahr 2002 eingeläutet. Auch ohne Inkrafttreten deutscher Rechtsakte wurde ab dem 1.1.2002 die Verpflichtung zur Anwendung der Europäischen Fischetikettierungsregelung gesetzlich vorgeschrieben. Mit rund neunmonatiger Verspätung sind die deutschen Rechtsakte am 9.8. und 28.8.2002 in Kraft getreten.

Besonders gefordert wurden die Mitgliedsverbände bei zahlreichen schriftlichen Anhörungen während des Jahres über die Aktualisierung des am 31.8.2002 mit der „Ersten Bekanntmachung über Handelsbezeichnungen für Erzeugnisse der Fischerei und der Aquakultur“ veröffentlichten Liste der zulässigen Handelsbezeichnungen. Der Bundesmarktverband ist hierbei vom deutschen Gesetzgeber als offizieller Anhörungsteilnehmer im § 3 der Fischetikettierungs-Verordnung genannt und organisiert den notwendigen Meinungsfindungsprozess innerhalb der Fischwirtschaft. Mit hohem Aufwand arbeitete die deutsche Fischwirtschaft daran, dass die Informationsweitergabe auf jeder der geforderten Stufen vorlag und eine lückenlose Rückverfolgbarkeit gewährleistet wurde.

Die gestiegene Popularität von Fisch hatte sich in den letzten Jahren in einem immer größer werdenden Interesse von TV- und Printmedien niedergeschlagen. Mehrmals hat die Fischwirtschaft gegenüber der Öffentlichkeit die Chance bekommen, Testergebnisse und Medienberichte zu kommentieren und positiv für Fisch, Krebs- und Weichtiere zu werben. Diese Arbeit wurde branchenübergreifend in Zusammenarbeit mit dem Fisch-Informationszentrum organisiert und wird in der Zukunft noch eine größere Bedeutung erlangen. Besonders gefordert war der Bundesmarktverband gegen Ende des Jahres 2003, als der WWF zusammen mit den Verbraucherzentralen Hamburg und Bremen einen „Einkaufsführer Fisch“ mit einem Vorwort der Bundesminister Trittin und Künast veröffentlichten. In einer ausführlichen Stellungnahme wird von den Verbänden des Bundesmarktverbandes dieser Einkaufsführer kommentiert. Dazu hieß es in einem Anschreiben an die Bundesminister Künast und Trittin:

„Verbraucheraufklärung in Sachen Fisch ist ein zentrales Anliegen unseres Verbandes. Wie Sie aus unseren Publikationen und den persönlichen Treffen wissen, ist die deutsche Fischwirtschaft wie kein anderer Verband bemüht, größtmögliche Qualität, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu unterstützen.

Auch der Einkaufsführer Fisch der Verbraucherzentralen Hamburg und Bremen und WWF ist eigentlich eine gute Idee – mit leider mangelhaftem Ergebnis in der Darstellung der Tatsachen und somit kontraproduktiv für das gemeinsame Anliegen.

Da Sie dieses Projekt persönlich unterstützen, sprechen wir Sie persönlich an und bitten Sie, unsere sachliche Kritik ernst zu nehmen und das Thema differenzierter zu behandeln.

Unsere Kritikpunkte haben wir in der beiliegenden Stellungnahme aufgeführt. Selbstverständlich können wir als Verband nicht akzeptieren, dass dieses sensible Thema auf unqualifizierte Weise besetzt wird und werden daher verstärkt in die öffentliche Diskussion eingreifen.

Das Ziel, Fisch als hochwertiges und sicheres Lebensmittel zu erhalten, hoffen wir, in Zukunft mit Ihnen gemeinsam zu erreichen.“

Erstmals im Rahmen einer Verbrauchersonderschau des Bundesverbraucherschutzministeriums nahm die Fischwirtschaft anlässlich der GRÜNEN WOCHE 2004 in Berlin an der Sonderschau „Gesunde Ernährung – Kluger Konsum“ teil. Im Auftrag des Bundesmarktverbandes organisierte das Fisch-Informationszentrum zusammen mit Experten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung sowie Wissenschaftlern der Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Hamburg einen attraktiven Fisch-Informationsstand, in dessen Mittelpunkt ein großes Eisbett mit Fisch, Krebs- und Weichtieren stand. Tausende von Besuchern konnten sich während der 10 Tage über Aussehen und Herkunft der wichtigsten Konsumfische, deren Zubereitung und Lagerung informieren. Ein Film mit dem Titel „Wenn der Fisch zum Stäbchen wird“ zeigte vom Fang über die Verarbeitung auf See bis hin zur Verarbeitung zu einem Convienenceprodukt an Land alle wichtigen Produktions- und Vermarktungsschritte in einer modernen und aussagekräftigen Form. Als prominente Besucher auf diesem Stand konnten der amtierende Bundespräsident Rau, EU-Kommissar Fischler sowie die Bundesminister Künast, Trittin und der isländische Fischereiminister Matthiesen begrüßt werden.



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